wind whispers

op. 85, 2020

I. Regentropfen
II. schwebendes Blatt
III. glitzernder Albatros
IV. schimmerndes Licht

Für Klavier Solo
Dauer: ca. 10 min.

CD-Aufnahme für Sony classical, Juli 2020 im Studio vom Bayerischer Rundfunk, München

Klavier: William Youn

Werknotiz

wind whispers gehört zu den Kompositionen, die der Natur gewidmet sind. Die Reihe ist zugleich Reflexion und Appell für einen achtsamen Umgang mit der Natur, die uns den Weg des gemeinsamen Lebens seit ewigen Zeiten zeigt.

Über den Wind, seine Kraft und seine Schönheit lerne ich am intensivsten in Griechenland. Ich liebe und respektiere ihn, ich bewundere ihn und habe gleichzeitig Angst vor ihm. Die Natur braucht den Wind, um ihren Kreislauf fortzusetzen; er kann zerstören und er kann zugleich von großer Schönheit sein. Oft bleibe ich in der Stille um ihm zuzuhorchen und um die Geräusche, die er erzeugt, wahrzunehmen.

Die vier Miniaturen von wind whispers, ähnlich wie die anderen Kompositionen, die der Natur gewidmet sind, führen ihren dramaturgischen Ablauf in der Form eines hypothetischen musikalischen Dialogs mit den Menschen, einer Aussage oder die Erzählung einer Beobachtung über das Thema Natur. Alle Klangfiguren, Rhythmen, Tempi und Klangfarben folgen der Intensität dieser Gedanken.

Alle vier Miniaturen in dieser Komposition sind klangliche Beobachtungen des Windes aus der Position der inneren Stille. Welche Sprache und welche Geräusche haben die Regentropfen oder ein Blatt, welches in der Luft vor mir schwebt, oder ein Albatros, der frei in der Luft majestätisch fliegt, oder ein Licht, welches sich zwischen den Rissen zeigt oder versteckt?

Obwohl jedes Stück auch als eigenständiges Werk gespielt werden könnte, hat die gesamte 10-minütige Komposition einen bindenden dramaturgischen Klangablauf, der Zeit braucht, um sich zu entfalten. wind whispers könnte man wie eine Komposition mit vier Sätzen betrachten, da in allen vier Stücken musikalische Elemente existieren, die das ganze Werk zur Einheit verbinden. Jedes Stück ist als eine Fortsetzung des vorherigen komponiert, ohne aber zu bedeuten, dass das vierte Stück das Ende der Komposition ist. Es war mir wichtig, die vier Miniaturen einerseits als ganzes kompaktes Stück zu komponieren, sie aber gleichzeitig am Ende offen zu lassen um sie eventuell später zu verlängern.

Foto: Norbert Banik

Partitur

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