melodies from the sea

op. 86, 2020

I. Welle
II. Schildkröte
III. Eisberg
IV. Wolken
V. Wal
VI. Reflexionen
VII. Leuchtturm

Duo für Viola und Klavier (mit kleinem Schlagzeug)
Dauer: ca. 21 min.

CD-Aufnahme für Sony classical, Juli 2020 im Studio vom Bayerischer Rundfunk, München

Viola: Nils Mönkemeyer, Klavier: William Youn

Werknotiz

melodies from the sea is a composition dedicated to nature. The series is both a reflection, and an appeal for a mindful approach to nature, which has always shown us the path of life together.

Das Meer, seine Kraft und seine Schönheit habe ich in Griechenland schon als Kind erfahren. Ich liebe das Meer und es hat große Bedeutung in meinem Leben. Der größte Teil der Erde besteht aus Wasser; es kann zerstörerisch sein und auch wunderschön. Oft bleibe ich stundenlang am Meeresufer, um sein Rauschen zu hören, es zu beobachten, um von ihm über das unendliche Leben und die zeitlose Schönheit zu erfahren.

Auch die sieben Miniaturen von melodies from the sea, ähnlich wie die anderen Kompositionen, die der Natur gewidmet sind, führen ihren dramaturgischen Ablauf in der Form eines hypothetischen musikalischen Dialogs mit den Menschen, einer Aussage oder die Erzählung einer Beobachtung über das Thema Natur. Alle Klangfiguren, Rhythmen, Tempi und Klangfarben folgen der Intensität dieser Gedanken.

Das Stück ist in sieben Miniaturen komponiert; jede Miniatur erzählt die klangliche Welt eines stillen Momentes, die aus der Beobachtung heraus komponiert ist. Eine Beobachtung, die die Thematik des Meeres anspricht und den Menschen an Achtsamkeit und Verantwortung ihm gegenüber erinnert. Durch unsere Achtlosigkeit bringen die Wellen Müll an den Strand, werden Meeresschildkröten leblos an den Strand geschwemmt, schmelzen die Eisberge, und verlieren die Wale immer mehr ihre Orientierung im Meer. Wie reflektieren wir und wo gibt es einen musikalischen Leuchtturm, um uns Menschen aus diesem Kreis der Zerstörung zu bringen?

Alle sieben Miniaturen sind als ein Ganzes komponiert,wie eine Komposition mit sieben Sätzen. Jede Miniatur entwickelt eine eigene klangdramaturgische Welt, in der entweder jeder Solist, beide gemeinsam, oder auch unabhängig von dem anderen agiert und reagiert. Aus dieser Achtsamkeit werden oft unerwartete Klänge erzeugt. Manchmal hat der Viola-Solist die Freiheit, über die Zeit seines Spielens zu entscheiden. Eine auskomponiert spontane klangliche Koexistenz wird dadurch kreiert, die aber jedes Mal dem gleichen musikalischen Bogen dient. Beide Solisten stehen als Duo auf der gleichen interpretatorischen Ebene der gemeinsamen klanglichen Verantwortung: jeder begleitet den anderen in einem dauerhaften Energieprozess der klanglichen Entfaltung.

Foto: Norbert Banik

Partitur

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