Isahaón, the Angel in the Golden Garden
Eleven Episodes for Viola and Orchestra
op. 111, 2025
I. Der Eingang, II. Das Gebet, III. Der Pfad, IV. Die Schatten, V. Der Baum, VI. Der Vollmond,
VII. Der Vogel, VIII. Der Spiegel, IX. Das Ritual, X. Der Übergang, XI. Das Tor
Viola Konzert
Besetzung: 2.2.2.2. – 4.3.3.1., Harfe, Pauke, 3 Schlagzeuge, Streicher
Dauer: 35 min.
Erster Auftraggeber:
Bremer Philharmoniker im Rahmen von Konstantia Gourzis Composer-in-Residence-
Jahr 2025–2026
Widmung:
Für Nils Mönkemeyer
Uraufführung: 01.02.2026, weitere Aufführung am 02.02.2026
Die Glocke, Bremen, Germany
Orchester: Bremer Philharmoniker
Solist: Nils Mönkemeyer
Dirigent: Jonathan Bloxham
Verlag: Universal Edition
Werknotiz
Ishaón, the Angel in the Golden Garden – Eleven Episodes for Viola and Orchestra gehört zu einer Reihe meiner Kompositionen in unterschiedlichen Besetzungen, die Engeln gewidmet sind. Engel, die als Bilder oder Skulpturen von befreundeten Künstlern entstanden sind, inspirieren mich, ihnen Klang zu geben, sie musikalisch lebendig darzustellen und Gedanken über die Existenz von Engeln in unserem Leben anzuregen. Die meisten bisherigen Kompositionen der Engel-Reihe beziehen sich auf einen Garten – jeweils in einer bestimmten Farbe. Die goldene Farbe steht für mich für einen idealen und reinen Zustand, der von höchstem Wert ist.
Die Skulptur, die dieser Komposition zugrunde liegt, ist die zweite einer Engel-Serie des Künstlers Alexander Polzin. Der Name Ishaón ist eine eigens erfundene Kombination aus Zahlen und Namen.
Die Komposition wurde von den Bremer Philharmonikern im Rahmen meines Composer-in-Residence-Jahres in Auftrag gegeben und ist Nils Mönkemeyer gewidmet, mit dem mich eine langjährige Freundschaft verbindet. Der zweite Auftraggeber der Komposition ist das Staatliche Orchester (KOA) meiner Heimatstadt Athen.
Das Werk besteht aus elf Episoden, die dramaturgisch als Teile einer größeren Geschichte komponiert sind. Obwohl sie klanglich voneinander verschieden sind, werden sie durch einen übergeordneten dramaturgischen Faden zusammengehalten. Jede Episode besitzt eine eigene musikalische Charakteristik, ist in sich geschlossen und verfolgt die Intention, bestimmte Abläufe und klangliche Elemente erfahrbar zu machen.
Gemeinsamkeit, Entdeckung, Erfahrung, Erleben und Transformation waren zentrale
Themen während des Kompositionsprozesses: Wie kann ein „Raum“ geschaffen werden, der in sich geschlossen ist und zugleich ermöglicht, durch Klang Situationen zu entdecken, die sonst nicht erfahrbar wären?
Die solistische Partie übernimmt eine protagonistische Rolle und steht in ständigem Austausch mit dem Orchester – oft im Sinne von Aktion und Reaktion. Durch Rhythmen, Melodien und Klangflächen entsteht in jeder Episode eine eigene Spannung, wie eine Erzählung aus der Perspektive eines Beobachters.
Die Titel der elf Episoden – I. Der Eingang, II. Das Gebet, III. Der Pfad, IV. Die Schatten, V.
Der Baum, VI. Der Vollmond, VII. Der Vogel, VIII. Der Spiegel, IX. Das Ritual, X. Der Übergang, XI. Das Tor – weisen auf einen inneren Prozess hin, auf Entdeckungen, die man in der Natur, in einem eigenen „Garten“ des Bewusstseins machen könnte. Zugleich erzählen sie den Ablauf einer imaginären Geschichte, eines inneren Dialogs zwischen Viola und Orchester.

Angel sculpture: Alexander Polzin
shooting clouds II, bronze gold plated 2022