lullabies for three flowers

op. 82, 2019

I. lullaby for a rose
II. lullaby for a windflower
III. lullaby for jasmine

Für Violine und Streichorchester
Dauer: 7.40 min.

Kompositionsauftrag von Niklas Liepe für das Projekt #GoldbergReflections
CD-Aufnahme für Sony Classical, Februar 2020
Orchester: NDR Radiophilharmonie
Violine: Niklas Liepe
Dirigent: Jamie Philipps

Verlag: Musikproduktion Höflich München, Repertoire & Opera Explorer, Gourzi Edition

Werknotiz

Die Komposition lullabies for three flowers ist von J.S. Bachs Goldberg-Variationen inspiriert. Der Solist Niklas Liepe hatte den Auftrag vergeben, ein Stück für Violine solo und Streichorchester zu komponieren, das in Beziehung zu J.S. Bachs Goldberg-Variationen steht.

Die Aria und deren Variationen sind von Bach für den Grafen Hermann Carl von Keyserlingk komponiert worden. Er wollte Musik von J.S. Bach zum besseren Einschlafen hören, da er unter Schlafstörungen litt. Bachs Schüler, Johan Gottlieb Goldberg, spielte ihm die Stücke am Abend vor, so kamen sie in der Überlieferung zu ihrem Namen. Diese Geschichte inspirierte mich zu den lullabies und der Form der Miniaturen dieser Komposition. Mit eigenen Variationen setze ich die Variationen Bachs fort.

Die lullabies for three flowers sensibilisieren für Respekt, Mitgefühl und Sorge den Blumen gegenüber. Die Natur nicht zu zerstören, sondern sie zu bewundern, achtsam mit ihr umzugehen und dabei wahrzunehmen, wie wichtig und notwendig sie für uns ist, auch mit ihrer Schönheit. Ein Wiegenlied ist dafür eine geeignete Form, da es Zuversicht, Wärme und Sicherheit gibt.

Kompositorisch basieren die Themen aller drei Stücke auf einem horizontalen Fluss: Das Miteinander von leichten Melodien und Rhythmen bringt immer wieder eine bestimmte Stimmung und Harmonie hervor, die alle drei lullabies verbindet. Die kompositorische Inspiration und bestimmte Themen, Harmonien und Rhythmen habe ich der Aria, Variation 7, Variation 13 und Variation 22 entnommen und verändert, damit auch der Anweisung von Bachs „Aria mit verschiedenen Veränderungen“ folgend.

Das interpretatorische Ziel dieser Musik liegt in der Lebendigkeit jedes einzelnen Tons und des Eng-miteinander-Spielens von Solo-Violine und Orchester. Die musikalischen Phrasen zwischen Solo und Orchester bleiben in allen drei Stücken immer verbunden, so dass keine Klangpause dazwischen entsteht. Die Klangdramaturgie wird manchmal vom Solisten allein und manchmal im Dialog mit dem Orchester geführt.

Bachs charakteristische Stilmittel aufgreifend, finden die immer wieder vorkommenden Ritenuto-Stellen im Grundtempo statt, so dass der Fluss des Klanges stetig fortgeführt wird und nie stehen bleibt. Die Energie eines jeden lullaby bleibt intensiv, obwohl die Dynamik nie bis zu einem forte reicht. Auch extremes espressivo ist für diese lullabies nicht vordergründig und das Vibrato soll jeweils gespielt werden, um die Phrasen natürlich atmen zu lassen.

Partitur

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