Anájikon, the Angel in the Blue Garden

Streichquartett Nr. 3

op. 61, 2015

I. The Blue Rose – singing, calmo ma intense
II. The Blue Bird – molto singing, rubato
III. The Blue Moon, a. the bright side, b. turning, c. the dark side – powerful, ma relaxed

Dauer: 22 min.

Uraufführung: 12. November 2015, Kasseler Musiktage. Minguet Quartett

Verlag: Musikproduktion Höflich München, Repertoire & Opera Explorer, Gourzi Edition

Werknotiz

Anájikon für Streichquartett ist die erste Komposition einer Kompositions-Reihe in verschiedenen Besetzungen, die Engeln gewidmet ist. Engel, die als Bilder oder Skulpturen von befreundeten Künstlern entstanden sind, inspirierten mich, ihnen Klang zu geben und sie musikalisch lebendig darzustellen. Die Titel fast aller bisher entstandenen Stücke sind von mir erfundene Namen, die aus einer Kombination von Zahlen und Buchstaben entwickelt wurden.

Die Skulptur des Klang-Engels Anájikon ist ein Werk des Künstlers Alexander Polzin. Die Musik soll nicht die Skulptur interpretieren, sondern ihr klanglich nah stehen und mit ihr eine neue Verbindung schaffen.

Alle drei Sätze von Anájikon bewegen sich in einem ähnlichen harmonischen Modus. Die komponierten Themen sind so prägnant, dass sie das Stück definieren und nicht von den Harmonien bzw. Akkordwechseln bestimmt werden. Es war mir dabei wichtig, eine neue Klangdramaturgie für Streichquartette zu entwickeln, ohne gewohnte zeitgenössische Klangfolgen und Muster bedienen zu müssen. Die einzelnen Sätze könnten auch für sich allein stehen und stellen keine herkömmliche dramaturgische Reihenfolge dar. Jedes Stück der Engel-Kompositionsreihe folgt diesem Grundgedanken und spiegelt sich im Titel jeweils als „Garden“ wider.

Alexander Polzin, Engel I, 1990, Foto: Bernd Kuhnert; Minguet Quartett, Foto: Konstantia Gourzi

Pressestimmen

„Einen Kontrast setzte die Uraufführung von ‚Anájikon, The Angel in the Blue Garden‘ der in München lehrenden griechischen Komponistin Konstantia Gourzi. Das von der Avantgarde ausgelöschte melodische Element feierte hier Auferstehung in leichter Ethno-Färbung – ‚Engelsklänge‘, nicht weit entfernt von lyrisch-schöner Weltmusik.“

Hessische Niedersächsische Allgemeine, 14. November 2015

„Hiergegen wirkte ‚Anajikon, The Angel in the Blue Garden‘ für Streichquartett der Griechin Konstantia Gourzi wie ein kostbares Idyll. Es erscheint anfangs eintönig. Aber dann kreist mehr und mehr schlichtes, antikisierendes Melodiewerk durch die Stimmen und enthüllt einen Zauber, eine Melancholie, welchen sich die Sinne kaum entziehen können.“

Neues Deutschland, 16. Januar 2016

„Laut- und klangmalerisch, mit pulsierendem Dauerton und Akkordverschiebungen im ersten Teil, einer elegischen Melodie in der Bratsche als ‚Blue Bird‘ und flirrend verwobenen Glissandi in der Bratsche, chromatischen Tonverschiebungen über einem im Cello hin und her gestrichenen Dauerton im abschließenden ‚Blue Moon‘ führte die Komposition die Zuhörer zur Blauen Stunde an einen zauberhaft entrückten Ort, dabei musikalisch Bezug nehmend auf eines der großen Motive der Bildenden Kunst, den ‚Hortus Conclusus‘, in einer Abwandlung, nun nicht als Paradiesgarten der Jungfrau Maria, sondern als Verweilort eines einzelnen in seine Naturanschauung versunkenen Engels. Nur zögerlich löste sich nach den letzten Takten das Publikum aus seiner Verzauberung, und es gab großen Applaus für die Musiker und auch für Konstantia Gourzi.“

Augsburger Allgemeine, 22. Oktober 2016

Hörbeispiel

Partitur

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2018-08-22T11:35:45+00:00