Klassik im Dialog – Prometheus2018-04-16T13:03:14+00:00

Project Description

Gedichte zu Prometheus

Mit einer eigenen Komposition ergänzt Konstantia Gourzi die Aufführung von Beethovens „Prometheus“ im Rahmen ihrer Reihe Klassik im Dialog.

Das Projekt

In der Reihe Klassik im Dialog beschäftigt sich Konstantia Gourzi mit der direkten Verbindung ihrer Kompositionen mit Werken der klassischen Musikliteratur. Durch die enge Verflechtung von alter und neuer Musik ergeben sich zeitgemäße Perspektiven für die Zuhörer. Auf diese Weise werden Musiktraditionen ins Heute transportiert und ein neues Ganzes erschaffen. Den Anfang der Reihe machten Philemon und Baucis sowie Gedichte für Prometheus.

Der Prometheus-Mythos ist verbunden mit dem Ringen um Erkenntnis. Das griechische Wort dafür ist Gnosis – eine Mischung aus Erkenntnis, Wahrheitssuche und Eingeweihtsein. Diese verschiedenen Blickwinkel helfen dabei, den Mythos zu begreifen.

Auf Christoph Poppens Initiative hin, eine eigene Komposition neben Beethovens „Prometheus“ zu stellen, entstand ein interessantes ästhetisches Konzept. Dem Zyklus von Beethoven eine eigene Komposition einfach voran- oder nachzustellen, erschien zu distanziert, konventionell, ja sogar gefährlich. So entstand die Idee, mitten im Zyklus, zwischen den „Miniaturen“ von Beethoven, dem Prometheus-Thema durch andere Miniaturen eine zusätzliche Perspektive, mehr Zeit und einen anderen Umfang zu verleihen.

Die kompositorische Ergänzung gelang mit diesem Konzept erneut – wie bereits bei der fragmentarisch überlieferten Haydn-Oper Philemon und Baucis. In beiden Fällen war es eine Arbeit sehr nah an den musikalischen und ästhetischen Quellen, in gewisser Weise am Ursprung des Themas, die den Reiz des Projektes ausmachten.

Aufführungen

Vorpremiere: 18. Januar 2006, Essen
Uraufführung: 19. Januar 2006, Prinzregententheater, München
Weitere Aufführung: 20. Januar 2006, Ravensburg
Münchner Kammerorchester, Dirigent: Christoph Poppen

12. Februar 2008, Stollingen
13. Februar 2008, Hamburg
Hamburger Camerata, Dirigent: Claus Bantzer

3. März 2009, Leipzig
MDR Sinfonieorchester Leipzig, Dirigent: Florian Ludwig

2. Juni 2012, Neubrandenburg
Neubrandenburger Philharmonie, Dirigent: Stefan Malzew

18. September 2014, Freiberg
19. September 2014, Döbeln
Mittelsächsische Philharmonie, Dirigent: Raoul Grüneis

Pressestimmen

„Für Spannung sorgte dann wieder die Komponistin Konstantia Gourzi. Durchaus eigenwillig durchkreuzte sie Beethovens Ballett ‚Die Geschöpfe des Prometheus‘, konfrontierte vier seiner Sätze mit ihren Gedichten. Poppen konnte sich auf das an diesem Abend mit adäquaten Bläsern und Peter Sadlo am Schlagwerk bestens ausstaffierte Kammerorchester verlassen. Nahtlos wechselte es von der klassisch-beschwingten Transparenz (Nr. 3) oder dem dramatischen Auffahren (Nr. 9) zu der düsteren (Klarinetten- )Klage (Gedicht 2) oder dem exotisch-folkloristisch wirkenden Ausklang mit den in der Stille auspendelnden Glocken (Gedicht 4). Auch am Ende viel Applaus.“ Münchner Merkur, 10. April 2006

„Die Entdeckung des Abends war von Konstantia Gourzi. Die Griechin hat 2005 vier ‚Gedichte zu Prometheus‘ geschrieben. Gourzis Musik besticht sofort durch einen elektrisierenden Klang, der raffinierte Orchesterbehandlung mit elementarer rhythmischer Kraft und einer quasi-volksmusikhaften Melodik verbindet. Hier wurde etwas von der Kraft und Ursprünglichkeit des Mythos fühlbar.“ Hamburger Abendblatt, 15. Februar 2008

„Dazu nun hat die griechische Komponistin Konstantia Gourzi, Professorin an der Münchener Musikhochschule, vier Interludien verfasst, das sind Zwischenspiele, die rhythmisch ausgesprochen raffiniert gesetzt sind, die einen modernen Blickwinkel auf den aufmüpfigen Prometheus zulassen. Allzu fremd und entfernt von klassisch geprägten Hörgewohnheiten klang das allerdings nicht, dafür sehr farbig im Volkston. Eben noch im Beethoven-Modus, wird jetzt gezupft, auf Streichinstrumenten getrommelt, geklopft, gestrichen, geraunt. Das klingt exotisch, sehr nach Süden und lässt im Aufbegehren gegen die Götter weiten Raum für Gedankenspiele.“ Freie Presse Chemnitz, 20. September 2014